13.12.2011 11:28
Wetten auf die Wolke
Wer ein iPhone hat, der kann neuerdings schon die sogenannte iCloud nutzen. Das bedeutet, er kann beispielsweise Fotos oder Musik auf einem externen Rechner, irgendwo im Datennirwana des Internet abspeichern, und wenn er die Daten nutzen will, greift er über das Internet darauf zu. Der Vorteil: Er kann dann auch von seinem iPad oder von anderen Geräten auf die gleichen Daten zugreifen, muss sie also nicht auf jedem Rechner einzeln abspeichern.
Was Apple mit dem iPhone kann, können natürlich auch andere Anbieter. Überall wird Kunden derzeit das sogenannte "Cloud Computing" schmackhaft gemacht, also das Auslagern von Anwendungen und Daten auf externe "Datenwolken", die im weltweiten Internet verortet sind und auf die man von überall zugreifen kann. Zu den prominentesten Anwendern gehören derzeit bereits soziale Netzwerke, Email- und Onlinekarten-Dienste, sowie Onlinehändler. Vor allem für Firmen scheint das Angebot attraktiv, da für sie damit die Notwendigkeit entfällt, selbst in teure und aufwendig zu wartende Datenspeicherkapazitäten zu investieren.
Vieles spricht folglich dafür, dass die Bedeutung von Cloud Computing in den kommenden Jahren rasant weiter wachsen wird. Der Schweizer Zertifikate-Anbieter EFG, der seit einiger Zeit auch in Deutschland aktiv ist, hat daher vor einigen Monaten ein Produkt aufgelegt, das auf diese Entwicklung setzt. Das Tracker-Zertifikat auf den Solactive Cloud Computing Performance Index (WKN: EFG532) umfasst eine Auswahl von 15 Unternehmen, die in dem Geschäftsbereich tätig sind, vom Entwickler über Ausrüster bis hin zu Datenmanagern. Die Namen der Firmen, wie beispielsweise Ariba, Red Hat oder Teradata, dürften den meisten unbekannt sein. Sie alle haben jedoch allesamt eine Marktkapitalisierung von mindestens 250 Mio. US-Dollar und ein Handelsvolumen von mindestens 250 000 Dollar pro Tag und gehören damit zu den relevanten Firmen in der Branche. Mit dem Zertifikat sollen Anleger am Wachstum der Branche partizipieren. Als Verwaltungsgebühr werden dafür jährlich 1,2 Prozent fällig. Bisher ist dies auch ein lohnendes Investment gewesen. Seit Auflage des Produkts im April konnten sich Anleger bereits über ein Plus von fast zehn Prozent freuen, während beispielsweise der Deutsche Aktienindex (Dax) im selben Zeitraum über 15 Prozent verloren hat. Und da der Trend zum Cloud Computing allen Prognosen zufolge erst am Anfang steht, könnte in der Zukunft noch mehr folgen.
Allerdings rechnen genau damit auch andere Investoren, die daher schon längst in diese Firmen investiert haben. Entsprechend hoch sind bereits die Bewertungen vieler Unternehmen der Branche. Sollte irgendwann klar werden, dass der Ausbau der Rechnerwolke doch nicht so schnell erfolgt, wie von vielen erwartet, kann es zu kräftigen Kursverlusten kommen. Hinzu kommt, dass es sich um ein Investment in einer sehr kleinen Nische handelt. Wer sich dafür entscheidet, sollte es daher allenfalls als kleine Beimischung für ein ansonsten breit gestreutes Depot nutzen.
Fazit: Wer etwas Geld für eine Wette übrig hat, der kann mit dem Zertifikat auf den Trend aufspringen und auf kurzfristige Gewinne spekulieren. Keinesfalls sollte man das Produkt aber als langfristiges Investment betrachten, dazu wechseln Innovationen und Trends in der IT-Welt zu schnell. Entweder ist Cloud Computing in zwei, drei Jahren etwas völlig Normales, dann wird auch das schnelle Wachstum der Branche zu Ende sein, oder aber Cloud Computing ist dann als Thema schon wieder tot. In beiden Fällen ist für den Anleger nichts mehr rauszuholen.
http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article13762769/Wetten-auf-die-Wolke.html
Was Apple mit dem iPhone kann, können natürlich auch andere Anbieter. Überall wird Kunden derzeit das sogenannte "Cloud Computing" schmackhaft gemacht, also das Auslagern von Anwendungen und Daten auf externe "Datenwolken", die im weltweiten Internet verortet sind und auf die man von überall zugreifen kann. Zu den prominentesten Anwendern gehören derzeit bereits soziale Netzwerke, Email- und Onlinekarten-Dienste, sowie Onlinehändler. Vor allem für Firmen scheint das Angebot attraktiv, da für sie damit die Notwendigkeit entfällt, selbst in teure und aufwendig zu wartende Datenspeicherkapazitäten zu investieren.
Vieles spricht folglich dafür, dass die Bedeutung von Cloud Computing in den kommenden Jahren rasant weiter wachsen wird. Der Schweizer Zertifikate-Anbieter EFG, der seit einiger Zeit auch in Deutschland aktiv ist, hat daher vor einigen Monaten ein Produkt aufgelegt, das auf diese Entwicklung setzt. Das Tracker-Zertifikat auf den Solactive Cloud Computing Performance Index (WKN: EFG532) umfasst eine Auswahl von 15 Unternehmen, die in dem Geschäftsbereich tätig sind, vom Entwickler über Ausrüster bis hin zu Datenmanagern. Die Namen der Firmen, wie beispielsweise Ariba, Red Hat oder Teradata, dürften den meisten unbekannt sein. Sie alle haben jedoch allesamt eine Marktkapitalisierung von mindestens 250 Mio. US-Dollar und ein Handelsvolumen von mindestens 250 000 Dollar pro Tag und gehören damit zu den relevanten Firmen in der Branche. Mit dem Zertifikat sollen Anleger am Wachstum der Branche partizipieren. Als Verwaltungsgebühr werden dafür jährlich 1,2 Prozent fällig. Bisher ist dies auch ein lohnendes Investment gewesen. Seit Auflage des Produkts im April konnten sich Anleger bereits über ein Plus von fast zehn Prozent freuen, während beispielsweise der Deutsche Aktienindex (Dax) im selben Zeitraum über 15 Prozent verloren hat. Und da der Trend zum Cloud Computing allen Prognosen zufolge erst am Anfang steht, könnte in der Zukunft noch mehr folgen.
Allerdings rechnen genau damit auch andere Investoren, die daher schon längst in diese Firmen investiert haben. Entsprechend hoch sind bereits die Bewertungen vieler Unternehmen der Branche. Sollte irgendwann klar werden, dass der Ausbau der Rechnerwolke doch nicht so schnell erfolgt, wie von vielen erwartet, kann es zu kräftigen Kursverlusten kommen. Hinzu kommt, dass es sich um ein Investment in einer sehr kleinen Nische handelt. Wer sich dafür entscheidet, sollte es daher allenfalls als kleine Beimischung für ein ansonsten breit gestreutes Depot nutzen.
Fazit: Wer etwas Geld für eine Wette übrig hat, der kann mit dem Zertifikat auf den Trend aufspringen und auf kurzfristige Gewinne spekulieren. Keinesfalls sollte man das Produkt aber als langfristiges Investment betrachten, dazu wechseln Innovationen und Trends in der IT-Welt zu schnell. Entweder ist Cloud Computing in zwei, drei Jahren etwas völlig Normales, dann wird auch das schnelle Wachstum der Branche zu Ende sein, oder aber Cloud Computing ist dann als Thema schon wieder tot. In beiden Fällen ist für den Anleger nichts mehr rauszuholen.
http://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article13762769/Wetten-auf-die-Wolke.html